Die Betriebsrente aus Sicht des Arbeitnehmers

Warum auf Geld verzichten

Die Rentenproblematik ist und bleibt ein Dauerthema. Warum? Immer weniger junge Menschen zahlen für immer mehr Rentner in die Rentenkasse ein. Das Rentensystem wird asynchron und fragil. Dadurch ist eine stabile Rentenauszahlung gefährdet und mögliche Versorgungslücken machen jetzt schon eine frühe Eigenvorsorge notwendig.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gewinnt in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung.

Arbeitnehmer haben seit 2002 einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Teile des Bruttolohns fließen dabei direkt in eine betriebliche Altersversorgung. Der Staat fördert dies durch die Ersparnis von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Wird die Betriebsrente durch Beiträge finanziert, die direkt aus dem Bruttogehalt entnommen werden (Entgeltumwandlung), fallen auf den umgewandelten Teil bis zur Höchstgrenze keine Beiträge für die Sozialversicherung und keine Steuer an. Der Arbeitnehmer zahlt also brutto mehr in die bAV ein, als es ihn netto letztendlich kostet.

Erfahren Sie hier die Vor- und Nachteile einer Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG

Vorteile der Direktversicherung

nach § 3 Nr. 63 EStG
  • Entgeltumwandlung bis max. 2.976 € p.a. steuer- und jetzt auch unbefristet sozialabgabenfrei. Weitere 1.800 € steuerfrei aber nicht SV-frei möglich wenn keine „alte Direktversicherung nach 40b EStG“ bespart wird
  • Freie Wahl zwischen Rentenzahlung und Kapitalauszahlungen
  • Der Beitrag kann reduziert und oft auch erhöht werden
  • Bei Verträgen ab dem 01.01.05 ist eine Fortführung beim nächsten Arbeitgeber per Gesetz möglich
  • Frei Wahl der Anlageart egal ob konservativ-klassisch, indexorientiert oder fondsgebunden
  • Harz IV geschützt, zum Beispiel bei längerer Arbeitslosigkeit oder Krankheit
  • Beitragsbefreiung und private Weiterführung zusätzlich möglich, zum Beispiel bei einer Selbstständigkeit
  • Es kann Altersvorsorge, Hinterbliebenenschutz und Berufsunfähigkeit abgesichert werden (teilweise auch separat voneinander)
  • Spezielle steuerliche Altersfreibeträge für die Rente

Nachteile der Direktversicherung

nach § 3 Nr. 63 EStG
  • Die betriebliche Rente wird frühestens ab 62 Jahre ausgezahlt und ist nicht beleih- oder abtretbar
  • Uneingeschränkte Vererbbarkeit nur an Ehegatten, kindergeldberechtigte Kinder und u. U. an Lebensgefährten möglich. An alle anderen dürfen nur 8.000 € vererbt werden
  • Kapitalleistung ist meist steuerlich ungünstig wegen nachgelagerter Verbeitragung (Steuer und ges. KV)
Keine Beleihung und Abtretung möglich
Fördergrenze max. 2.976 € + 1.800 €
Begrenzte Vererbbarkeit (voll vererbbar nur Ehegatte, kindergeldberechtigte Kinder, Lebensgefährte)
Kapitalleistung meist steuerlich ungünstig wegen Nachgelagerter Verbeitragung

Vergleich von privater und betrieblicher Altersvorsorge als Direktversicherung nach §3 Nr.63 EStG

Erklärung zur Grafik

In beiden Fällen – bei der privaten Vorsorge und bei der betrieblichen Altersvorsorge setzt der Arbeitnehmer 210 € monatlich von seinem Bruttolohn ein.

Wenn er mit einer privaten Rentenversicherung vorsorgt, zahlt er die Beiträge aus versteuertem Geld, für das auch Sozialabgaben fällig sind. Bei gleichem Aufwand können daher effektiv nur 100 € in den privaten Vertrag eingezahlt werden.

Anders bei der betrieblichen Altersvorsorge:  Hier werden die 210 € monatlich direkt aus dem Bruttolohn gezahlt, so dass auf diesen Teil des Lohns keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge fällig werden.

Durch den höheren Monatsbeitrag fallen bei Vertragsende Ablaufleistung und Rente bei der Direktversicherung entsprechend wesentlich höher aus.

Während man als Rentner die Renten aus der Direktversicherung voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuern muss, ist bei Renten aus privaten Verträgen später nur der Ertragsanteil zu versteuern.

Dennoch ist im Ergebnis bei gleichem Einsatz die Nettorente aus der betrieblichen Altersversorgung doppelt so hoch wie bei der Privatrente. Auch falls weiterhin für gesetzlich Krankenversicherte eine Beitragspflicht für Leistungen aus einer Betriebsrente bestehen bleibt, bekommt man eine erheblich höhere Nettorente bei gleichem Nettoaufwand.

Wie rentabel ist die betriebliche Altersvorsorge?

Beispiel: 35-jährig, ledig, Steuerklasse I, kirchensteuerpflichtig, Jahresbruttogehalt 30.000 €, Rentenalter 65 Jahre

Wir erklären Ihnen die Vorteile der vom Staat unterstützten betrieblichen Altersvorsorge